Leben im Schutzhaus

Eigenständig und selbstbestimmt Leben im Schutzhaus

Bewohnerinnen
Im Frauen- und Kinderschutzhaus Dülmen arbeiten zurzeit 2 Diplom Soziarbeiterinnen / -pädagoginnen, 1 Erzieherin / Psychotraumatologische Fachberaterin und 1 Verwaltungs- und Hauswirtschaftskraft.

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen unterstützen das Team durch die Sicherstellung der Rufbereitschaften „Rund um die Uhr“. Durch das gute Zusammenspiel der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen erfahren die Frauen und Kinder persönliche Anteilnahme, Unterstützung und Solidarität.

Die Frauen, die im Frauen- und Kinderschutzhaus Zuflucht suchen, sind Opfer von „Häuslicher Gewalt“ geworden. Diese beinhaltet alle Formen der psychischen, sexuellen und physischen Gewalt.

Die Arbeit im Frauen- und Kinderschutzhaus ist parteiliche Beratungsarbeit. Wir bieten „Hilfe zur Selbsthilfe“ an und unterstützen die Frauen dabei ihr Leben selbstständig planen und gestalten zu können. In Einzelberatungen und/oder Gruppengesprächen werden Gewalterfahrungen thematisiert und psychosozial aufgearbeitet.

Beratungs- und Hilfsangebote sind:

  • Hilfe und Informationen bzgl. Infrage kommender Sofortmaßnahmen
  • Unterstützung beim Umgang mit Behörden und Institutionen
  • Gespräche zur Bearbeitung von Gewalterfahrungen und aktueller Trennungssituation
  • Unterstützung bei der Entwicklung von neuen Lebensperspektiven
  • Beratung und Vermittlung bei medizinischen, rechtlichen, sozialen und psychischen Problemen.
  • Bei Bedarf ist hier eine intensive Begleitung je nach Bedürfnis der Frau möglich
  • Unterstützung bei der Wohnungs- und Arbeitssuche
  • Gruppenarbeit, Frauenfrühstück, Hausversammlung oder Freizeitaktivitäten

 

Kinder
Kinder im Frauen- und Kinderschutzhaus sind misshandelte Kinder. Formen von körperlicher und seelischer Misshandlung, die auch die Kinder erlebt haben, sind u. a. Schläge, Vernachlässigungen, unmotivierte Bestrafungen, Schuldzuweisungen, sexuelle Übergriffe und sexueller Missbrauch.

Die Folgen dieser Misshandlungen äußern sich in Entwicklungsstörungen im körperlichen und seelischen Bereich, insbesondere in sprachlichen Auffälligkeiten, häufigen Krankheiten, Bettnässen, Schulschwierigkeiten, Schuldgefühlen, Aggressionen gegen sich selbst oder andere allgemeinen Verhaltensauffälligkeiten und sexualisiertem Verhalten.

Die Mitarbeiterinnen im Kinderbereich müssen sich einstellen auf Kinder verschiedener sozialer Umfelder mit unterschiedlichen Gewalterfahrungen und daraus entstandenen vielschichtigen Defiziten sowie auf Kinder unterschiedlicher Altersstufen, Nationalitäten, Religionen und Geschlechter. Die Arbeit mit Kindern im Frauen- und Kinderschutzhaus hat den gleichen Stellenwert wie die Arbeit mit den Frauen.

 

Beratungs- und Hilfsangebote der pädagogischen Arbeit mit den Kindern u. Müttern sind:

  • Eingehen auf die Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Kinder
  • Bewältigung der Trennungssituation vom gewohnten Lebensumfeld
  • Freiräume zu schaffen, in denen die Kinder sich angstfrei bewegen können
  • Raum und Möglichkeiten bieten, ihre Gewalterfahrungen zu besprechen und zu bearbeiten
  • Fördern und Einüben von Sozialverhalten
  • Stärkung des Selbstvertrauens
  • Ausgleichen von Entwicklungsrückständen
  • Pädagogisches Hinterfragen des Rollenverhältnisses der Geschlechter